Kündigung eines Arbeitsvertrages Alles was du zur Kündigung wissen musst

Die Kündigung: Ein Thema, mit dem du in deinem Arbeitsleben ganz sicher früher oder später konfrontiert sein wirst. Ob Eigen-oder Fremdkündigung, fristgerecht oder fristlos- hier erfährst du alles was du zu deinem gelungenen Abgang wissen musst.
Kündigung
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 06.12.2019 | Aktualisiert am: 06.12.2019

Alles was du zur Kündigung wissen musst

Eine Kündigung stellt in den meisten Fällen einen großen Einschnitt im Leben dar, mit dem in der Regel jeder Arbeitnehmer früher oder später konfrontiert wird. Ein zu geringes Gehalt, bessere Konditionen, ein Umzug oder vielleicht Ärger mit dem Chef? Alles Gründe für einen Jobwechsel, der heute keine Seltenheit mehr ist. Erfahre hier wichtige Infos rund ums Thema Kündigung, welche Stolperfallen du umgehen solltest und welche wichtige Grundlagen zu beachten sind.

1. Definition

Die Kündigung als Rechtsbegriff steht für eine Beendigung eines Dauerschuldverhältnisses durch eine einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung. Damit die Kündigung wirksam wird, müssen also nicht beide Vertragsparteien mitwirken oder einwilligen, dem Gekündigten muss die Kündigung nur zugehen.

2. Die Goldene Kündigungs-Regel

Die wichtigste Regel, die du auf jeden Fall beachten musst, wenn du dein Arbeitsverhältnis kündigen möchtest? Die Kündigung muss gemäß §623 des Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) immer schriftlich vorliegen! Wenn du deinem Chef unter vier Augen mitgeteilt hast, dass du den Betrieb verlassen willst, reicht das nicht aus. Und auch Kündigungen per E-Mail, SMS, WhatsApp oder Brieftaube sind unwirksam. Das Kündigungsschreiben muss nämlich in jedem Fall handschriftlich unterschrieben werden.

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3. Aufbau einer ordentlichen Kündigung

Fragst du dich: „Wie schreibe ich eine Kündigung?“ Dann helfen wir dir gerne! Eine Kündigung sollte immer gewissenhaft angefertigt werden, damit sie wirksam ist. Deshalb gibt es eine Menge, worauf du achten musst. Das fängt schon beim formalen Aufbau deines Kündigungsschreibens an. Deshalb zeigen wir dir die Form der Kündigung, die du einhalten solltest.

  • Briefkopf: Damit deine Kündigung genau zugeordnet werden kann, gehören natürlich dein Name und auch der deines Arbeitgebers in den Briefkopf. Zusätzlich dazu musst du aber außerdem die vollständigen Adressen beider Parteien anführen.

  • Das Datum: Unbedingt achten solltest du zudem darauf, deine Kündigung mit dem aktuellen Datum zu versehen. Kommt es zu Komplikationen, kannst du damit nachweisen, wann du die Kündigung verfasst hast.

  • Die Anrede: Schon beim Bewerbungsanschreiben sind Anreden wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ verpönt, bei einer Kündigung sollten sie aber unbedingt vermieden werden. Schließlich kennst du deinen Vorgesetzten mittlerweile persönlich oder zumindest seinen korrekten Namen. Finde im Vorhinein heraus, wem die Kündigung zugestellt werden muss und sprich den Zuständigen direkt an. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um den Arbeitgeber oder den Leiter der Personalabteilung.

  • Der Betreff: Achte darauf, dass der Betreff möglichst aussagekräftig sein sollte. In der Regel reicht es aus „Kündigung“ in die Betreffzeile zu schreiben. Gelten besondere Umstände, kann aber auch auf diese verwiesen werden. Handelt es sich zum Beispiel um eine Kündigung in der Probezeit ist es sinnvoll, diese bereits im Betreff entsprechend zu kennzeichnen.

  • Der Einleitungssatz: Beim einleitenden Satz deiner Kündigung gilt: Halt dich kurz und vermeide den Konjunktiv. Aus deinem Schreiben muss deutlich hervorgehen, dass es sich um eine Kündigung handelt. Konjunktiv-Konstruktionen wie „Hiermit würde ich gerne zum nächstmöglichen Termin kündigen“. Stattdessen solltest du klar formulieren und Sätze wie: „Hiermit kündige ich zum nächstmöglichen Termin.“

  • Angaben der Kündigungsfrist: Unbedingt genannt werden muss in einer Kündigung das Datum des letzten Arbeitstages. Bei ordentlichen und fristgerechten Kündigungen gilt es hier die jeweilige Kündigungsfrist zu beachten. Wie genau die aussehen, kannst du etwas weiter unten nachlesen.

    Kann der letzte Arbeitstag problemlos berechnet werden, sind Formulierungen wie „Hiermit kündige ich fristgerecht und ordnungsgemäß zum (Datum).“ Sind die Berechnungen schwieriger oder bist du dir unsicher, sind auch Formulierungen wie „Hiermit kündige ich fristgerecht und ordnungsgemäß zum nächstmöglichen Termin. Meinen Berechnungen zufolge ist dies der (Datum).“

  • Bitte um Bestätigung: Auch wenn der Arbeitgeber rein rechtlich nicht dazu verpflichtet ist, solltest du deinen Arbeitgeber darum bitten, dir sowohl die Kündigung als auch das Datum des letzten Arbeitstages zu bestätigen. Schwarz auf Weiß hast du dann eine schriftliche Bestätigung, dass deine Kündigung zur Kenntnis genommen wurde und wann dein letzter Arbeitstag ist. Formulierungen wie „Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieser Kündigung sowie das Kündigungsdatum schriftlich.“

  • Bitte um ein Arbeitszeugnis: Wenn du deinen Arbeitgeber bereits im Kündigungsschreiben darum bittest, dir ein Arbeitszeugnis auszustellen, gibst du ihm zum einen genug Zeit zum Verfassen und musst ihm zum anderen nicht hinterherrennen, wenn du bereits nicht mehr dort arbeitest. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ist goldwert, frag deinen Chef also am besten frühzeitig danach.

  • Unterschrift: Auf keinen Fall vergessen darfst du, deine Unterschrift unter das Kündigungsschreiben zu setzen. Erst durch deine handschriftliche Unterschrift wird deine Kündigung wirksam! Also: die nette Schlussfloskel „Mit freundlichen Grüßen“, dein Name und deine Unterschrift sind ein Muss.

    Rein formaljuristisch gesehen reicht es, ein fristgerechtes Kündigungsschreiben bei der Personalabteilung einzureichen. Wie bei allem im Leben sollte aber auch hier die Menschlichkeit nicht auf der Strecke bleiben! Es kommt auf viel mehr an, das sollten weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer vergessen. Weil die meisten Menschen sich nach Erhalt der Kündigung ohnehin hintergangen fühlen, sollte im Vorab das Gespräch gesucht werden. So wird verhindert, dass beim Gekündigten ohne Vorwarnung ein Kündigungsschreiben einflattert und er vor den Kopf gestoßen wird.

Wenn du dich fragst: „Die Kündigung meines Arbeitsvertrages, wie geht das?“, haben wir für deine Kündigung kostenlose Vorlagen erstellt. Die kannst du in unserem Artikel Das Kündigungsschreiben finden.

4. Die Kündigungsgründe

Bessere Konditionen, ein Umzug, Mobbing am Arbeitsplatz oder Ärger mit dem Chef – Gründe für eine Kündigung gibt es viele. Aber auch der Arbeitgeber hat verschiedene Gründe, warum er dir als Arbeitnehmer kündigen möchte. Auch bei der Fremdkündigung sind einige formale Pflichten einzuhalten. Werden sie nicht beachtet, gehen die Beschäftigten regelmäßig als Gewinner aus einem Streit beim Arbeitsgericht hervor. Schon ein einziger Fehler Seiten des Chefs kann den Arbeitnehmer in der Verhandlungsposition stärken- zum Beispiel bei einer Kündigungsschutzklage oder durch eine höhere Abfindung.

Will dein Chef dir kündigen, so muss er einige Dinge beachten. Wenn du deine Probezeit erfolgreich überstanden hast, braucht er einen wirklich guten Grund für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Zwischen vier Gründen kann hierbei in der Regel unterschieden werden:

  • Die personenbedingte Kündigung

    Anders als die Bezeichnung vielleicht denken lässt, hat diese Art der Kündigung nichts mit dem Charakter oder schlechten Leistungen des Arbeitnehmers zu tun. Vielmehr kann eine solche Kündigung nur dann ausgesprochen werden, wenn er aufgrund seiner Fähigkeiten oder Eigenschaften nicht mehr dazu fähig ist, die im Arbeitsvertrag festgehaltenen Aufgaben zu erfüllen. Beispiele dafür sind gesundheitliche Gründe oder ein schwerer Unfall.

    Damit eine solche Kündigung gültig ist, muss der Arzt eine negative Genesungs-Prognose stellen. Kann eine kurzfristige Besserung der gesundheitlichen Zustände erwartet werden, so darf demnach keine personenbedingte Kündigung ausgesprochen werden.

    Bevor der Arbeitnehmer außerdem vollständig gekündigt wird, müssen mildere Mittel geprüft werden. Kann er an einem Arbeitsplatz mit weniger Verantwortung oder einem, der den Eignungen entspricht weiterarbeiten? Erst wenn geklärt ist, dass auch das nicht möglich ist, wird die Kündigung wirksam.

  • Die krankheitsbedingte Kündigung

    „Nur weil ich krank bin, kann mein Chef mir nicht kündigen!“ Diese Meinung ist sehr weit verbreitet, aber Achtung, leider falsch. Eng verwandt mit der personenbezogenen Kündigung müssen auch hier drei Voraussetzungen erfüllt sein, damit der Arbeitgeber einem Mitarbeiter kündigen kann. Die erste ist, dass der Arzt eine negative Gesundheitsprognose ausstellt. Außerdem müssen die Betriebsabläufe durch die Krankheit des Arbeitnehmers einen enormen Schaden nehmen, was man auch unter Interessensbeeinträchtigung fasst. Nachweisen muss der Arbeitgeber zudem, dass es keine andere Möglichkeit zur Weiterbeschäftigung gibt und dass es ihm und dem Betrieb nicht zugemutet werden kann, das Arbeitsverhältnis aufrecht zu erhalten.

  • Die betriebsbedingte Kündigung

    Von einer betriebsbedingten Kündigung spricht man, wenn dringende betriebliche Erfordernisse vorliegen, die eine Beschäftigung unmöglich machen. Das kann sich zum Beispiel darin äußern, dass Aufträge ausbleiben, Standorte geschlossen werden oder der Betrieb Insolvenz anmelden muss. Die allgemeine wirtschaftliche Schieflage oder kurzfristige Umsatzeinbrüche reichen für eine Kündigung seitens des Arbeitgebers allerdings nicht aus. Langfristige Gründe und konkrete Zahlen, das ist es, was der Arbeitgeber präsentieren muss, um eine betriebsbedingte Kündigung wirksam durchzubekommen. Ein besonderer Kündigungsschutz für den Betriebsrat, Schwangere oder durch eine Behinderung beeinträchtigte Menschen besteht hier allerdings weiter.

  • Die verhaltensbedingte Kündigung

    Um eine verhaltensbedingte Kündigung handelt es sich, wenn dem Arbeitnehmer aufgrund eines Verstoßes seiner Pflichten, die im Arbeitsvertrag festgehalten sind, gekündigt wird. In diesem Zusammenhang spricht man von einer Arbeitspflichtverletzung, zu der zum Beispiel:

    • Nichtleistung
    • Minderleistungen
    • wahrheitswidrige Anzeigen
    • Diebstahl
    • Alkohol- und Drogenmissbrauch
    • Sexuelle Belästigung
    • Die private Nutzung von Telefon oder Internet (wenn die Nutzung ausdrücklich verboten wurde)

Zu Ungunsten des Arbeitnehmers wird die Vorwerfbarkeit der Arbeitspflichtverletzung in der Regel vermutet. Kannst du als Arbeitnehmer allerdings nachweisen, dass dein Verhalten entschuldbar oder gerechtfertigt war, muss der Arbeitgeber diese Beweise erst einmal entkräften, was sich dann oftmals als schwierig gestalten kann.

In vielen Fällen handelt es sich bei der verhaltensbedingten Kündigung um eine fristlose. Diese ist juristisch gesehen keine ordentliche, sondern außerordentliche Kündigung. Damit dein Chef dir aber fristlos kündigen kann, muss er in der Regel zuerst einmal eine Abmahnung aussprechen, in welcher der Arbeitnehmer auf sein Fehlverhalten hingewiesen und ihm klargemacht wird, dass weitere Verstöße Konsequenzen nach sich ziehen. Bei besonders schweren Verstößen kann allerdings auch auf eine Abmahnung verzichtet werden.

5. Kündigungsfristen Arbeitsvertrag

Von der sogenannten Kündigungsfrist hast du bestimmt schon einmal etwas gehört. Aber was genau kann man sich darunter vorstellen? Wir sagen es dir!

Die Kündigungsfrist beschreibt den Zeitraum zwischen dem Zugang der Kündigung und dem in der Kündigung genannten Beendigungsdatum. Dieser Zeitraum kann ganz unterschiedlich ausfallen und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Laut §622 im BGB kann der Arbeitnehmer mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende des Kalendermonats kündigen.

Wenn der Arbeitnehmer…

  • Zwei Jahre tätig war, beträgt die Frist einen Monat zum Ende des Kalendermonats
  • Fünf Jahre tätig war, beträgt die Frist zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats
  • Acht Jahre tätig war, beträgt die Frist drei Monate zum Ende eines Kalendermonats
  • Zehn Jahre tätig war, beträgt die Frist vier Monate zum Ende eines Kalendermonats
  • Zwölf Jahre tätig war, beträgt die Frist fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats
  • 15 Jahre tätig war, beträgt die Frist sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats
  • 20 Jahre tätig war, beträgt die Frist sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats

Oftmals kommt es aber auch zu individuellen Regelungen, nach denen die Kündigungsfristen im Arbeitsvertrag oder in Tarifverträgen festgehalten sind. Informiere dich also über deine Kündigungsfrist, bevor du deine Kündigung schreibst.

5.1 Kündigungsschutzgesetz

Wie zuvor bereits angesprochen, hast du als Arbeitnehmer einen sogenannten Kündigungsschutz. Da nicht jede Kündigung rechtens ist, kannst du dich im Falle einer arbeitgeberseitigen Kündigung wehren. Da Arbeitnehmer prinzipiell nach dem Kündigungsschutzgesetz ( KSchG) geschützt sind, können sie gegen eine Kündigung vorgehen. So kann der Fortbestand des Arbeitsverhältnisses geltend gemacht oder aber eine Abfindung ausgehandelt werden.

Damit der Kündigungsschutz greift, müssen allerdings zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen entsteht der Schutz erst, wenn sich eine Beschäftigung über einen Zeitraum von über sechs Monaten erstreckt. Hierbei ist es belanglos, ob es sich um eine Voll- oder Teilzeitstelle handelt. Des Weiteren ist die Größe des Betriebs ausschlaggebend. Das Kündigungsschutzgesetz greift nämlich nur bei Betrieben mit einer bestimmten Mitarbeiterzahl. Seit Anfang 2004 liegt die Untergrenze bei einer Mitarbeiterzahl von zehn Personen.

Die Kündigungsschutzklage muss spätestens drei Wochen nach Erhalt der schriftlichen Kündigung beim Arbeitsgericht eingereicht werden. Nach Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist wird die Kündigung wirksam, was so viel heißt, dass Unwirksamkeitsgründe dann nicht mehr geltend gemacht werden können und das Kündigungsschutzverfahren unter keinen Umständen gewonnen werden kann.

5.2 Sonderkündigungsschutz

Der sogenannte Sonderkündigungsschutz hat den Zweck, besonders schützungswürdige Personen stärker vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes zu bewahren als andere Teilnehmer.

Zu diesen Personen gehören zum Beispiel:

  • Schwerbehinderte und ihnen gleichgestellte Arbeitnehmer
  • Schwangere und Mütter
  • Personen in der Elternzeit
  • Betriebs- oder Personalräte
  • Unkündbare Arbeitnehmer
  • Personen in Pflegezeit
  • Auszubildende
  • Wehr-oder Einsatzdienstleistende

Sie haben einen mehrstufigen Schutz, was eine Kündigung erschwert. Das bedeutet aber nicht, dass unter allen Umständen an einem Arbeitsverhältnis festgehalten werden muss. Oftmals macht es auch Sinn, auf dem Verhandlungsweg eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses gegen die Zahlung einer ordentlichen Abfindung anzustreben.

6. Kündigung in der Probezeit

Hat man einen Arbeitsvertrag unterschrieben, ist in diesem in den meisten Fällen auch eine Vereinbarung über eine Probezeit festgehalten. Diese beträgt in Deutschland maximal sechs Monate. Eine Kündigung in diesem Zeitraum ist von beiden Seiten innerhalb von zwei Wochen und zudem ohne Angabe von Gründen möglich. Unternehmen prüfen anfangs sehr genau, ob der eingestellte Mitarbeiter auch wirklich passt, weshalb Kündigen häufiger vorkommen als gedacht. Angestellte in der Probezeit sind glücklicherweise aber nicht der Willkür des Arbeitgebers ausgesetzt, da einige Regeln beachtet werden müssen.

Dazu gehören:

  • Besondere Personengruppen: Schwerbehinderte, Auszubildende oder Schwangere genießen einen besonderen Schutz. Bei Schwangeren zum Beispiel gilt das Kündigungsschutzgesetz bereits während der Probezeit.

  • Gründe : Wegen gewerkschaftlichen oder politischen Tätigkeiten dürfen Mitarbeiter während der Probezeit nicht gekündigt werden. Außerdem dürfen die Gründe nicht diskriminierend sein oder aufgrund von Geschlecht oder sexueller Orientierung stattfinden

  • Unzeiten: Nicht erlaubt und außerdem unwirksam sind Kündigung in der Probezeit zu sogenannten Unzeiten. Darunter versteht man solche Zeitpunkte, bei denen die Mitarbeiter besonders großen Belastungen ausgesetzt sind. Ein Beispiel dafür wäre ein Todesfall.

7. Zugang der Kündigung

Auf jeden Fall beachten solltest du den Zeitpunkt des Zugangs deiner Kündigung. Unproblematisch ist es, wenn du die Kündigung Face-to-Face abgibst. So kannst du sicher sein, dass dein Kündigungsschreiben angekommen ist. Anders sieht das aber aus, wenn der zu Kündigende nicht anwesend ist und ihm die Kündigung nicht persönlich übergeben werden kann.

Es gilt: Sobald sich das Schreiben im Machtbereich des zu Kündigenden befindet, ist ein wirksamer Zugang erfolgt. Das heißt, wenn er theoretisch die Möglichkeit hatte, die Kündigung zu registrieren gilt sie als abgegeben, auch wenn er sie nicht tatsächlich wahrgenommen hat. Wirfst du deine Kündigung per Post ein, gilt sie als abgegeben, sobald sie sich im Briefkasten des zu Kündigenden befindet.

Warum der Zeitpunkt des Zugangs so wichtig ist? Von ihm hängt ab, wann die Kündigungsfrist zu laufen beginnt, und demnach auch, wann die Widerspruchsfrist beginnt. Hierbei spricht man auch von einer Kündigungsschutzklage nach §4 im Kündigungsschutzgesetz. Ist die Kündigung rechtswidrig, so kann derjenige, dem gekündigt wurde, eine Klage einreichen. Wer so einen Arbeitsrechtsprozess gewinnt, wird in den seltensten Fällen zu seinem alten Arbeitsplatz zurückkehren. Das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber wird sich nach einem Prozess schließlich nicht unbedingt gebessert haben. Allerdings kann der Jobverlust finanziell abgemildert werden, zum Beispiel durch eine höhere Abfindung.

8. Kündigung erhalten- und nun?

Alles jammern nützt nichts, wenn du eine Kündigung erhalten hast. Du kannst natürlich für eine kurze Zeit Trübsal blasen, solltest dann aber schnell damit anfangen, deine nächsten Schritte zu planen. Wir haben dir ein paar Tipps zusammengefasst:

  • Weiterarbeiten und Professionalität wahren: Auch wenn du gekündigt wurdest, kannst du nicht einfach zuhause bleiben und nicht mehr arbeiten gehen. Schließlich gelten immer noch der Arbeitsvertrag und dessen Fristen. Wirst du nicht freigestellt, so musst du weiterhin auf der Arbeit erscheinen. Ein Verstoß kann sogar zu einer fristlosen Kündigung führen, die sich zum einen schlecht auf dem Arbeitszeugnis macht und zu einer Sperrfrist bei der Arbeitsagentur führen kann. Wichtig ist außerdem, dass du, egal wie schlecht du dich wegen deiner Kündigung fühlst, deine Professionalität wahrst. Du arbeitest jetzt nicht mehr für deinen Chef, sondern für deinen Ruf. Sorge dafür, dass er gut bleibt. Schließlich nimmt er einen starken Einfluss auf spätere Bewerbungschancen.

  • Arbeitslos melden: Drei Monate vor Ende der Kündigungsfrist oder innerhalb von drei Tagen, nach der Kündigung, (wenn die Fristen kürzer als drei Monate ausfallen) solltest du dich beim Arbeitsamt arbeitslos melden. Mitbringen musst du dafür deine Kündigung und deinen Arbeitsvertrag. Auch wenn du schon bald einen neuen Job finden solltest, musst du diese Maßnahme wirklich ernst nehmen, denn du sicherst dich damit finanziell ab.

  • Auf Jobsuche gehen: Wenn alle Details zum auslaufenden Arbeitsvertrag geklärt sind, solltest du dich umgehend auf die Jobsuche machen. Je schneller du damit beginnst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Lücke in deinem Lebenslauf nicht sonderlich groß ausfällt oder vielleicht erst gar keine entsteht.

  • Neuer Job: Wenn alles gut lief, hast du vielleicht schon schnell einen neuen Job ergattern können. Ganz wichtig ist jetzt aber, dass du dich bedeckt hältst. Auch in der neuen Firma können Fragen zum Grund der Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit der alten Firma gestellt werden. Lautstark über die Firma, den Chef oder die Kollegen abzulästern ist ein No-Go und vor allem höchst unprofessionell.

9. Kündigung FAQ: Wichtige Fragen und unsere Antworten zur Kündigung

Eine Kündigung zu schreiben oder auch zu erhalten ist keine alltägliche Situation. Deshalb sind auch viele Fragen und Unsicherheit mit der Thematik verbunden. Damit ist aber niemand allein! Um etwas mehr Licht ins Dunkle zu bringen, haben wir die Fragen, die besonders häufig gestellt werden, einmal kurz und knapp beantwortet.

Wann muss ich eine Kündigung einreichen?

Von müssen soll hier nicht die Rede sein. Du kannst sofort die Kündigung einreichen und das Arbeitsverhältnis zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen. Sinnvoller ist es aber, dich zuerst auf Jobsuche zu begeben, damit du nach deiner Kündigung nicht ohne Job dastehst. Wenn der Wunsch steht, den Arbeitsplatz zu verlassen sollte deshalb erst einmal die Planung des nächsten beruflichen Schrittes stattfinden. In jedem Fall musst du aber so kündigen, dass du deine Kündigungsfrist einhalten kannst, bevor dein neuer Arbeitsvertrag beginnt.

Muss ich einen Kündigungsgrund angeben?

Kündigst du ordentlich und fristgerecht, ist es nicht nötig einen Grund für deine Kündigung anzugeben. Schlechtes Betriebsklima, berufliche Weiterentwicklung oder inkompetenter Chef, in ihrer Kündigung schreiben sie besser nichts dazu. Ein Feedback zu geben, beispielsweise in einem persönlichen Gespräch, kann allerdings nicht schaden.

Sollte eine Kündigung persönlich beim Chef abgegeben werden?

Wenn es sich ergibt, zeugt es von gegenseitigem Respekt, wenn die Kündigung persönlich übergeben wird. Manchmal ist das bestehende Verhältnis beider Parteien allerdings so angespannt, dass das Schreiben besser auf dem Postweg übermittelt werden sollte.

Muss ich eine Kündigung einfach hinnehmen?

Auf Schock folgt Trotz. Ist man als Mitarbeiter von einer Kündigung geschockt, fragt man sich schnell ob man es akzeptieren muss, dass der Chef einen einfach vor die Tür setzt. Pauschal lässt sich diese Thematik aber gar nicht beantworten. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit von einem Anwalt für Arbeitsrecht überprüfen zu lassen, ob die Kündigung nicht vielleicht rechtswidrig ist. Bestehen gute Chancen, dass die Kündigung unwirksam ist, kann die Kündigungsschutzklage eingereicht werden.

10. Fazit

Du merkst, zu einer Kündigung gehört eine ganze Menge. Mit einem „Tschüss, ich bin dann mal weg“, ist das Ganze nicht getan. Außerdem bietet so eine Kündigung eine Menge Potential, Dinge falsch zu machen. Wie gut, dass du mit unserer Hilfe vorbereitet bist und die Fehler beim Kündigung aussprechen umgehen kannst. Achte darauf, dass du deine Kündigung schriftlich einreichst, da eine mündliche Kündigung unwirksam ist. Halte außerdem die Fristen ein gebe deine Kündigung eigenhändig unterschrieben ab und egal auf welcher Seite du stehst, wahre die Menschlichkeit und Professionalität Und auch wenn du dich bei deiner Kündigung vor einer Hürde siehst denke dran: Wo eine Tür zufällt, öffnet sich eine neue.

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Quellen:

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