Gleitzeit im Beruf Wie flexibel ist Gleitzeit?

Dank Gleitzeit kannst du deinen Arbeitstag flexibel gestalten. Vorsicht ist jedoch bei wöchentlichen Arbeitsstunden geboten. Diese solltest du unbedingt einhalten, da sie vertraglich zwischen dem Arbeitgeber und dir festgehalten wurden. Weitere Infos findest du hier bei ALPHAJUMP.

Gleitzeit
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 08.04.2020 | Aktualisiert am: 17.04.2020

Gleitzeit –Arbeitszeitkonto, Vorteile und Nachteile

Als Arbeitnehmer hat man rechte und Pflichten was die Einhaltung der Gleitzeit betrifft. Dabei spielt besonders das Arbeitszeitkonto eine wichtige Rolle. Zusätzlich sollten Vor- und Nachteile von Gleitzeit abgewogen werden.

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1. Definition: Gleitzeit

Im Normalfall ist in einem Arbeitsvertrag festgehalten, wie viele Stunden der Arbeitnehmer pro Woche arbeitet und welche Arbeitszeiten eingehalten werden müssen. Im Gegensatz dazu haben viele Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle in den Arbeitsalltag etabliert.

Die gleitende Arbeitszeit (GLAZ) oder auch Gleitzeit genannt, ermöglicht dem Arbeitnehmer zu flexiblen Uhrzeiten auf dem Arbeitsplatz zu erscheinen und unterschiedlich lang am Arbeitsplatz zu bleiben. Die starre Regelung von festen Arbeitszeiten fällt dadurch weg. Was jedoch oftmals hinzukommt sind Kernarbeitszeiten.

Die Gleitzeit in einem Unternehmen ist die Zeit, in der ein Arbeitnehmer bezahlt werden kann, beispielsweise von 7 bis 17 Uhr. Die Kernarbeitszeit definiert den Zeitraum, indem der Arbeitnehmer anwesend sein muss, beispielsweise von 9 bis 15 Uhr. So können Arbeitnehmer einerseits bereits um 7 Uhr zur Arbeit kommen und um 15 Uhr gehen oder erst um 9Uhr auf der Arbeit erscheinen und dann um 17 Uhr das Gebäude verlassen.

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Gleitzeit und Kernzeit variieren je nach Betrieb. Grundsätzlich kann der Arbeitnehmer die Zeiteinteilung mit Berücksichtigung der Kernarbeitszeit eigenständig wählen, solange die im Vertrag festgeschrieben täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Stunden eingehalten werden.

Mittlerweile gibt es auch die Gleitzeit ohne feste Kernarbeitszeit. Diese Variante stellt eine Fortentwicklung der vorigen Art dar. Dem Arbeitnehmer wird in dem Fall nur eine genau definierte Arbeitszeit pro Woche vorgeschrieben.

2. Gleitzeitvereinbarung

Eine Gleitzeitvereinbarung wird zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer abgeschlossen. Sie ähnelt einem Vertrag, benennt dessen Teilnehmer und hält die gemeinsamen Absprachen schriftlich fest.

Inhaltlich wird festgelegt, welche Zeiträume als Gleitzeit zu betrachten sind, welche Uhrzeiten die Kernarbeitszeiten definieren und wo genau die Grenzen von Arbeitsbeginn und -ende liegen. Dabei wird beachtet, welche täglichen und wöchentlichen Höchstarbeitszeiten einzuhalten sind.

Außerdem wird geklärt wie mit Überstunden umgegangen wird und unter welchen Umständen die Gleitzeit begrenzt oder ausgesetzt werden darf. Hinzu kommt die Überlegung wann und ob Überstunden verfallen können.

Zusätzlich kann die Vereinbarung auch die Methode der Zeiterfassung festhalten. So erfährt der Arbeitnehmer, ob die Zeiterfassung durch manuelles Eintragen in ein Word-Dokument erfolgt oder ein elektronisches Zeiterfassungssystem eingesetzt wird.

Häufig gestellte Fragen zu Gleitzeit

  • Wie funktioniert das mit der Gleitzeit?

    Die Wochenarbeitsstunden eines Arbeitnehmers sind vertraglich geregelt. Wann der Arbeitnehmer die Arbeit antritt und beendet wird ebenso festgelegt. Anstatt jedoch eine Uhrzeit festzulegen wird der Zeitraum des Arbeitsbeginns und Arbeitsendes festgelegt.

  • Kann Gleitzeit verfallen?

    Ein Verfallsdatum gibt es auf Gleitzeit nicht. Gleitzeit kann nur dann beendet werden, wenn der Arbeitgeber es vorgibt. Dadurch wird die Gleitzeit auf ein starres Arbeitszeitfenster festgelegt.

  • Ist Gleitzeit Überstunden?

    Gleitzeit bedeutet nicht, dass man Überstunden hat. Gleitzeit ermöglicht dem Arbeitnehmer die Arbeitszeit unter bestimmten Voraussetzungen über den Tag zu verteilen. Meist wird die tägliche Arbeitszeit von acht Stunden angewandt. Hat der Arbeitnehmer Überstunden angesammelt, können diese trotz Gleitzeit angewandt werden.

  • Was versteht man unter dem Arbeitszeitkonto?

    Ein Arbeitszeitkonto hält die geleisteten Arbeitsstunden des Arbeitnehmers fest. Bei einer Vollzeitstelle sind bis zu 40 Stunden werktags zu arbeiten. Je nach Vertrag kann man täglich acht Stunden arbeiten oder aber die kürzeren Arbeitsstunden des einen Tages an einem anderen in derselben Woche nachholen.

  • Kann Gleitzeit angeordnet werden?

    Je nach Unternehmen kann Gleitzeit angeordnet werden. Beispielsweise muss in einem Büro das Telefon an zehn Stunden besetzt sein. Da Arbeitnehmer täglich jedoch acht Stunden arbeiten können sie sich darauf einigen zu unterschiedlichen Zeiten zur Arbeit zu erscheinen.

3. Vorteile von Gleitzeit

Der Wandel eines Unternehmens kann in vielen Bereichen greifen. Auch die Arbeitszeit kann hiervon betroffen sein. Unternehmen führen unterschiedliche Arbeitszeitmodelle ein, um die Produktivität zu steigern und dem Arbeitnehmer mit einer ausgeglichenen Work-Life-Balance entgegenzukommen.

Nicht nur für Arbeitnehmer, auch für das Unternehmen kann sich die Umstellung auf Gleitzeit lohnen. Die Mitarbeiter erscheinen motivierter und zufriedener auf der Arbeit und erhöhen dadurch ihre Produktivität. Schlussfolgernd kann daraus eine längerfristige Planung für das Unternehmen ermöglicht werden.

  • Größere Freiheit des Arbeitnehmers

    Arbeitnehmer haben in Zeiteinteilung mehr Möglichkeiten der Tag mit unterschiedlichen Aktivitäten zu füllen.

  • Mehr Einfluss auf die Arbeitszeit

    Eigenständig die Entscheidung treffen zu können den Arbeitsbeginn selbst zu wählen, kann für viele Arbeitnehmer hilfreich sein. Denn auch wenn Tätigkeiten überwiegend tagsüber ausgeführt werden, gibt es den ein oder anderen Arbeitnehmer der lieber vormittags, nachmittags oder nachts arbeitet. So kann der Zeitpunkt der Arbeitsmotivation voll ausgenutzt werden.

  • Bessere Vereinbarung von Arbeit und Privatleben

    Private Termine und berufliche Termine können dank der Gleitzeit besser koordiniert werden. Beispielsweise kann das Kind morgens zur Schule gebracht und der Arzttermin wahrgenommen werden, während mittags das Meeting mit einem Geschäftskunden ansteht.

  • Arbeitszeit passt sich an Arbeitnehmer an

    Während der eine Arbeitnehmer lange schläft, beginnt der andere bereits um 6 Uhr sein Workout. Dementsprechend früh beginnt für ihn der Arbeitstag während der Langschläfer erst um 10 Uhr das Büro betritt. In beiden Fällen arbeiten die Arbeitnehmer acht Stunden am Tag, nur passen sich die Arbeitszeit an ihren eigenen Biorhythmus an.

  • Entspannter Arbeitsweg

    Entscheiden sich Arbeitnehmer früher oder später als die Rushhour zur Arbeit zu kommen, meiden sie möglicherweise dadurch lange Wartezeiten an der Ampel und unzählige Staus. Schlussfolgernd verkürzt sich die Zeit ihres Arbeitsweges.

  • Steigende Arbeitsmotivation dank Flexibilität

    Arbeitnehmer können Erledigungen durchführen und gleichzeitig produktiv arbeiten. Die Arbeitsmotivation steigt dann an, wenn Arbeitnehmer nicht an einen strikten Zeitplan gebunden sind, sondern den Arbeitsalltag flexibel gestalten können.

4. Nachteile von Gleitzeit

Da nicht jede Veränderung positive Folgen hat, sollten auch die negativen Aspekte eines Gleitzeitmodells nicht ignoriert werden. Über Nachteile nachzudenken heißt auch, diese nach Möglichkeit in Vorteile zu wandeln, indem das Gleitzeitmodell an die Arbeitnehmer weiter angepasst wird.

  • Erschwerte Zusammenarbeit

    Um gemeinsam Ergebnisse zu produzieren, sollten die Mitarbeiter zeitgleich als Team zusammenarbeiten. Während die einen den Arbeitstag spät beginnen, kommen andere Mitarbeiter sehr früh auf die Arbeit wodurch zeitliche Überschneidungen durch die Gleitzeit nicht unbedingt gegeben sind.

  • Kommunikation

    Dank ausführlicher und ständiger Kommunikation findet ein reger Austausch zwischen den Mitarbeitern statt. Mit fehlendem oder geringem Austausch wissen die Kollegen untereinander nicht wer welche Aufgaben bereits erledigt hat und welche Aufgaben noch offen sind. Problematisch kann diese Situation werden, wenn das Team eine gemeinsame Deadline hat.

  • Beachtung der Zeiteinteilung

    Bei einem festen Arbeitszeitraum beginnen alle Arbeitnehmer einer Firma zur selben Uhrzeit und verlassen das Büro zeitgleich. So kann einfach nachvollzogen werden, wer zu spät kommt oder früher geht. Im Gleitzeitmodell muss jeder Arbeitnehmer eigenständig darauf achten die im Vertrag festgelegten Wochenstunden einzuhalten und diese nicht zu unter- oder überschreiten.

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5. Arbeitszeitkonto

Auf einem Arbeitszeitkonto werden die geleisteten Arbeitsstunden verbucht. Meist anhand eines elektronischen Systems wird festgehalten, wann Arbeitnehmer ihre Arbeit beginnen und zu welchem Zeitpunkt beenden. Insgesamt erhalten Arbeitgeber mit einem Arbeitskonto den Überblick über die geleisteten Arbeitsstunden ihrer Angestellten.

Wer die vorgeschriebenen Arbeitsstunden nicht einhält und Zeitschulden anhäuft, muss die Stunden nachholen. Gegensätzlich verhält es sich bei Ansammlungen von Überstunden. Haben sich Überstunden angehäuft können Arbeitnehmer diese abfeiern und in Abstimmung mit den Kollegen an ausgewählten Arbeitstagen weniger Stunden arbeiten oder ganztägig Urlaub nehmen. Es ist jedoch auch Vorsicht bei Überstunden geboten, da Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum nicht mehr als zehn Stunden arbeiten dürfen.

Ein Arbeitszeitkonto ermöglicht mehr Flexibilität im Arbeitsalltag und erhöht die Motivation der Mitarbeiter. Daraus kann sich ein Kreislauf entwickeln, da aufgrund hoher Motivation die Mitarbeiter zufriedener sind und zufriedene Mitarbeiter motivierter arbeiten.

Problematisch kann es bei der Erfassung der Stunden werden, wenn nicht genau definiert wurde, welche Tätigkeiten oder Zeiträume zu Überstunden gerechnet werden. Wird täglich absichtlich immer 20 Minuten mehr gearbeitet, um nach einem bestimmten Zeitraum Überstunden anzusammeln, dann wird diese Methode weniger von Personalern gutgeheißen.

Bei Gleitzeit oder Überstunden kommen Arbeitszeitkonten zum Einsatz. Zwei mögliche Varianten können die Arbeitszeit von Arbeitnehmern erfassen:

  • Jahresarbeitszeitkonto

    Unter einem Jahresarbeitszeitkonto versteht man ein Kurzzeitkonto. Der Ausgleich der Arbeitszeit wird festgelegt, sodass Überstunden eingelöst und Minusstunden nachgearbeitet werden. Dadurch sichert der Arbeitgeber den Produktionszyklus.

  • Langzeitarbeitskonto

    Langzeitarbeitskonto oder auch Lebensarbeitszeitkonto wird für einen langen Zeitraum angelegt. Die Arbeitszeit wird angelegt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Beispielsweise können Arbeitnehmer mit zahlreichen Überstunden zu einem Zeitpunkt ihrer Karriere vom Arbeitgeber freigestellt werden um zu reisen oder vorzeitig aus dem Job auszusteigen.

6. Fazit

Dank Gleitzeit können Arbeitnehmer ihren Alltag flexibler gestalten. Neben Vorteilen bietet Gleitzeit auch einige Nachteile. Die wichtigsten Fakten haben wir noch einmal zusammengefasst:

  • Während Gleitzeit die Phase angibt, in der Arbeitnehmer ihre Arbeit beginnen können, beschreibt Kernzeit den Zeitraum in dem Arbeitnehmer arbeiten müssen.
  • Mit einer Gleitzeitvereinbarung halten Arbeitnehmer und Arbeitgeber vertraglich fest, welche Regelungen für die Arbeitszeit gelten und welche rechte und Pflichten beiderseitig bestehen.
  • Vorteile von Gleitzeit sind die größere Freiheit des Arbeitnehmers, die bessere Vereinbarung von Privatleben und Beruf sowie der entspannte Arbeitsweg.
  • Nachteilig kann es werden, wenn die Zusammenarbeit zwischen den Teamkollegen nicht funktioniert, die Kommunikation erschwert wird oder die Zeiteinteilung problematisch wird.
  • Arbeitszeitkonten halten die geleistete Arbeitszeit des Arbeitnehmers fest. Überstunden werden notiert und müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt genutzt werden. Umgekehrt müssen Minusstunden zeitnah nachgearbeitet werden.
Quellen:

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