Was ist Resilienz? Resilienz lernen und fördern

„Stehaufmännchen“ oder „Hart im Nehmen sein“ sind Redewendungen, die wohl jeder kennt. Jeder Mensch geht unterschiedlich mit schlechten Erfahrungen oder Schicksalsschlägen um und genau darum geht es beim Thema Resilienz. Was Resilienz bedeutet und wie du sie erlernen kannst, erfährst du im folgenden Artikel.
Resilienz
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 05.12.2019 | Aktualisiert am: 05.12.2019

Resilienz - das Immunsystem der Seele

Die Resilienz ist mit Sicherheit nicht einer der absolut wichtigsten Kompetenzen im Berufsleben, aber schaden kann sie in keinem Fall. Was genau sich hinter diesem Begriff verbirgt haben wir dir hier erklärt und dir auch hilfreiche Tipps gegeben, um deine Resilienz zu stärken.

1. Resilienz Definition

„Resilienz“ ist bestimmt kein Begriff, der dir sofort bekannt vorkommt, wird jedoch schon seit Jahrzehnten in der Verhaltensforschung und der Psychologie verwendet.

Was bedeutet Resilienz?

Der Begriff Resilienz stammt ursprünglich aus dem Lateinischen. „Resilio“ bedeutet so viel wie abprallen. Aus dem Englischen abgeleitet bedeutet „resilience“ Spannkraft oder Elastizität.

resilient sein
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Resilient sein

Wenn du im Duden nach einer Definition suchst, wirst du die folgende allgemeine Erklärung finden: „Resilienz ist die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigungen zu überstehen“.

Menschen die über gute resiliente Fähigkeiten verfügen, haben eine hohe psychische Widerstandsfähigkeit können mit Schicksalsschlägen, Krisen oder Rückschlägen besser umgehen und diese auch einfacher verarbeiten.

2. Fakten über Resilienz

Resilienz wird auch als Immunsystem der Seele bezeichnet. Resiliente Menschen sind in der Lage schwierige Situationen und unerwartete Schicksalsschläge eher zu „akzeptieren“, damit umzugehen, diese erfolgreich zu verarbeiten und am Ende abzuschließen. Situationen gibt es verschiedenste, nach denen eine starke Resilienz hilfreich sein kann, wie z.B.:

  • Schicksalsschläge
  • Krisen
  • Berufliche Rückschläge
  • Private Rückschläge
  • Verluste von Personen
  • Trennungen
  • Krankheiten
  • Familienproblemen

Klar, jeder Mensch ist unterschiedlich und das ist auch sehr gut so. Genau deswegen können manche Menschen schlechte Erfahrungen leichter akzeptieren als andere. Menschen, die eine hohe Resilienz-Fähigkeit besitzen, lassen sich von Rückschlägen nicht unterkriegen und sehen diese meistens sogar als Möglichkeit etwas zu verändern und sammeln Kraft sich weiter zu entwickeln. Resiliente Menschen verändern sich persönlich nicht negativ, sondern wachsen an ihren Problemen.

Vulnerabilität und Resilienz

Im Gegenzug dazu stehen sensiblere Menschen, die sich besonders leicht von negativen Ereignissen beeinflussen lassen und sehr schnell in ein emotionales Loch fallen. Vulnerabilität betrifft Personen die schnell den Mut verlieren und deren Wahrnehmung oft schlimmer ist als die Realität. Sie gehen davon aus, dass Tiefpunkte unüberwindbar sind und können sich keine positive Zukunft vorstellen. Diese Aspekte können sogar Anzeichen psychischer Störungen sein und im Extremfall zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen.

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3. Merkmale der Resilienz

Ob du ein resilienter Mensch bist kannst du laut der Verhaltensforschung anhand von sieben Charaktereigenschaften ablesen. Diese sieben Faktoren auch bekannt als sieben Säulen der Resilienz haben wir für dich einmal in einfachen Worten ausformuliert.

Deine Persönlichkeitsmerkmale verraten dir wie hoch deine Resilienz ist, das heißt wie gut du mit Stress, Problemen oder Krisen umgehen kannst. Auf ALPHAJUMP kannst du anhand der Faktoren einen Resilienz Test durchführen.

Die 7 Säulen der Resilienz

Einen schönen Tag haben
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Einen schönen Tag
  • Optimismus: Resiliente Menschen bleiben trotz schweren Zeiten immer optimistisch und stehen schlechten Zeiten stark gegenüber. Niederschläge sehen Sie als Herausforderung beim nächsten Mal noch besser zu werden. Außerdem bleiben sie realistisch und erkennen, dass diese Situationen nur zeitlich begrenzt sind und dass auch wieder bessere Zeiten kommen.

  • Akzeptanz: Charakterstarke Menschen akzeptieren eingetretene Probleme oder Situationen und verschließen die Augen nicht vor der Realität. Sie ignorieren schlechte Zeiten nicht, sondern begreifen den Ernst der Lage, können unterscheiden ob sich die Situation verändern lässt oder nicht und suchen nach Lösungsmöglichkeiten.

  • Kontaktfreudigkeit: Im Gegensatz zu sensibleren Menschen können resiliente Menschen ihre Stärken und Schwächen gut einschätzen. Sie versuchen Krisen nicht im Alleingang durchzustehen, sondern wenden sich an nahestehende Personen, die Ihnen Mut machen, Ratschläge geben und sie unterstützen.

  • Verantwortung: Jammern und sich als Opfer aufführen bringt einen nicht weiter. Eine ausgeprägte Resilienz Fähigkeit bringt Menschen dazu, diese Rolle schnellstmöglich wieder zu verlassen und auch unter hohen Belastungen wieder Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

  • Gefühlsklarheit: Klare Einschätzung und die Analyse der eigenen Gefühle, anstatt nur Schuldvorwürfe sich selbst gegenüber aufzubauen. Resiliente Menschen wissen, wenn sie an einer Krise beteiligt sind, können ihre Schuldgefühle dann und schneller überwinden.

  • Zukunftsplanung: Menschen mit einem starken Selbstbewusstsein wissen, dass sie Krisen und Schicksalsschlägen nicht aus dem Weg gehen können und dass auch schlechte Zeiten zum Leben dazu gehören. Resiliente Menschen denken trotzdem langfristig und planen ihre Zukunft realistisch, um bei Rückschlägen immer noch ein Ziel vor Augen zu haben.

  • Lösungsorientierung: Starke Menschen können auch in Krisensituationen kontrolliert und fokussiert nach Lösungen suchen, wogegen vulnerablere Menschen zu impulsiven Reaktionen neigen.

4. Resilienz lernen

Ist Resilienz erlernbar?

Resilienz ist nicht angeboren, sondern entwickelt sich im Laufe des Lebens anhand von gesammelten Erfahrungen, sowohl positiver als auch negativer Natur. Die Persönlichkeit bzw. die Charaktereigenschaften eines Menschen verändern sich im Laufe der Jahre.

Der Grundstein dafür liegt bereits in der Kindheit. Werden Kinder häufig Risikofaktoren ausgesetzt, kann es sein, dass sie keine ausgeprägte Resilienz Fähigkeiten erlernen, sondern eher eine schwache Persönlichkeit entwickeln. Schon im Kleinkindalter sollten Eltern ihren Kindern beibringen, dass Enttäuschungen und schlechtere Zeiten zum Leben dazu gehören und ihnen zeigen, dass es danach auch wieder bessere Zeiten geben wird. Erlernen kann man Resilienz also am besten von Kindesschuhen an.

Risikofaktoren in der Kindheit sind unter anderem:

  • Pränataler Stress
  • Chronische Armut
  • Gestörtes Familienleben
  • Keine Elterlichen Bezugspersonen
  • Elterliche Alkoholsucht

Das heißt aber nicht, dass diese Kinder ihr Leben lang Probleme haben, mit schlechten Erfahrungen umzugehen. Viele Menschen ändern ihren Charakter durch wichtige Ereignisse. So entwickeln junge Menschen beispielsweise beim Eintritt ins Berufsleben ein höheres Verantwortungsbewusstsein.

Weitere Ereignisse, die zu eine Veränderung des Charakters und somit auch zu einer gesteigerten Resilienz führen können, sind:

  • Jobeintritt
  • Berufliche Veränderungen
  • Heirat
  • Familiengründung
  • Trennungen
  • Erste eigene Wohnung

Außerdem spielt die Persönlichkeit von unterschiedlichen Menschen eine Rolle, nicht jeder Mensch nimmt Situationen gleichermaßen positiv oder negativ auf. Persönliche Vorlieben müssen also auch mit betrachtet werden.

Du schaffst das
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Du schaffst das

5. Resilienz fördern

Natürlich kann die Fähigkeit der Resilienz gestärkt und verbessert werden. Wir zeigen dir, welche Punkte zur Förderung der Resilienz du beachten solltest, um deinen Charakter zu stärken und gestärkt aus Krisen hervor zu gehen.

  • Stabiles soziales Umfeld aufbauen und pflegen: Suche dir Bezugspersonen aus deiner Familie, Freunden oder Partner, bei denen du Hilfe findest und die dir Unterstützung anbieten. Professionell psychologische oder seelsorgerische Unterstützung kann dir natürlich auch helfen.

  • Hobbys und Interessen: Freizeitgestaltung durch Hobbys können dich von negativen Gedanken ablenken. Frische Luft und Bewegungen sorgen nicht nur für deine körperliche Gesundheit, sondern auch für einen freien Kopf.

  • Selbstbewusstsein: Denke positiv über dich selbst und deine personale Kompetenz. Positive Gefühle und Humor können dir dabei helfen.

  • Akzeptieren der Krisen: Krisen gehören im Leben dazu, je schneller du das erkennst, desto eher kannst du deine Konzentration auf die Zukunft richten.

  • Ziele und Herausforderungen: Entwickle realistische Ziele, Tagesziele und neue Herausforderungen. Jedes Ziel, das du erreichst und jede Herausforderung, die du annimmst, steigern deine Resilienz.

  • Optimismus: Krisen sind nicht unüberwindbar. Gib den Mut nicht auf, es kommen auch wieder bessere Zeiten.

  • Zukunft: Blicke in die Zukunft und arbeite an Lösungen, anstatt dich selbst zu bemitleiden und als Opfer zu sehen. Denn das bringt dich nicht weiter.

6. Fazit

Wir haben dir gezeigt was Resilienz bedeutet, welche Faktoren einen resilienten Menschen ausmachen und wie du deine Resilienz Fähigkeiten verbessern kannst. Das Wichtigste haben wir dir hier noch einmal zusammengefasst.

  • Resilienz bedeutet, sich von Niederschlägen nicht unterkriegen zu lassen.
  • Vulnerabilität betrifft im Gegensatz Personen, die keine Resilienz besitzen.
  • Ob ein Mensch resilient ist oder wie stark ausgeprägt die Resilienz ist, lässt sich anhand von sieben Faktoren bestimmen.
  • Resilienz ist nicht angeboren, sondern ein stetiger Prozess.
  • Resilienz ist erlernbar, Empfindungen und Charaktereigenschaften ändern sich mit wichtigen Ereignissen.
  • Die Resilienz Fähigkeit kann jederzeit verbessert werden.

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