BWL Skills Welche Kompetenzen werden erwartet?

Was bedeuten Hard Skills und was bedeuten Soft Skills. Welche braucht man davon nach dem BWL-Studium, bzw. welche werden erwartet. Wir haben das Thema für dich in diesem Artikel zusammengefasst. Schau dir an, welche Skills du unbedingt haben musst, um sowohl im Studium als auch in deinem späteren Beruf erfolgreich zu sein.
Kompetenzen in BWL
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 16.12.2017 | Aktualisiert am: 10.05.2019

Was sind die BWL Skills?

Du willst später in der Wirtschaft arbeiten? Dann ist das BWL Studium genau das Richtige für dich. Der Studiengang zielt darauf ab, Studenten auf Führungsaufgaben vorzubereiten. Daher werden im BWL-Studium nicht nur die fachlichen Kompetenzen vermittelt, um in einem betriebswirtschaftlichen Beruf zu arbeiten, sondern auch personenbezogene Kompetenzen. Betriebswirtschaftslehre ist sowohl bei Frauen, als auch bei Männern der beliebteste Studiengang.

Vorab eine kurze Erklärung darüber, was du unter Hard und Soft Skills verstehen kannst:

Hard Skills werden auch harte Faktoren genannt und sind die Fähigkeiten, die du durch deine (fachspezifische) Ausbildung erlernst, also durch

  • Schule,
  • Berufsausbildung
  • Studium und/oder
  • Weiterbildung.

Der Begriff umfasst also all das, was mit dem eigenen Fachschwerpunkt zu tun hat. Dazu zählen das Fachwissen selbst, aber auch z. B. die damit verbundenen Vorgaben, Abläufe, Strukturen, Sicherheitsvorkehrungen und -bestimmungen. Hard Skills sind jederzeit durch verliehene Auszeichnungen, erhaltene Zeugnisse oder Tests nachweisbar. Die Bedeutung von Soft Skills im Berufsalltag wird gerne unterschätzt aber genau das sind die Fähigkeiten, die die Kollegen und auch den Chef dauerhaft von dir überzeugen. Soft Skills beziehen sich auf die Persönlichkeit der betreffenden Person und umfassen Fähigkeiten wie z. B.

Bei den Soft Skills stehen also die soziale Kompetenz und das methodische Agieren im Mittelpunkt, aber auch die Körpersprache ist ein wichtiger Aspekt.

1. Die wichtigsten Voraussetzungen, um im BWL-Studium erfolgreich zu sein

Damit du herausfinden kannst, ob ein BWL-Studium wirklich zu dir passt, haben wir die wichtigsten Voraussetzungen, die du für ein BWL-Studium mitbringen musst, zusammengefasst:

  1. Für ein studium benötigst du als Zulassungsvoraussetzung in der Regel das Abitur oder eine fachgebundene Hochschulreife des jeweiligen Fachgebiets. Den Zugang zum Studium können dir aber auch andere Qualifikationen eröffnen, z. B. eine fachbezogene abgeschlossene Berufsausbildung mit einer Mindestdauer an Berufserfahrung, ein Abschluss als Betriebswirt von einer Fachschule, ein Meister- oder Fachwirttitel. Außerdem bieten einige Universitäten und Hochschulen auch Eignungsprüfungen an.
  2. Der Numerus Clausus ist eine Zulassungsbeschränkung und besteht an vielen Unis und Hochschulen für BWL-Studiengänge. Dieser NC wird von jeder Hochschule individuell festgelegt, weil regelmäßig mehr Bewerber vorhanden sind als Studienplätze und liegt meist zwischen 2,5 und 3,5. Der NC-Wert drück aus, welche (i. d. R.) Abiturdurchschnittsnote oder wie viele Wartesemester (Semester ohne Einschreibung seit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung) die letzte zugelassene Person aufweist. Wie die Auswahl vorgenommen wird, wird durch die Hochschulen in eigenständigen Satzungen geregelt. Der Abiturdurchschnittsnote muss aber immer maßgebliche Bedeutung zukommen. Genauere Informationen bekommst du direkt bei der jeweiligen Uni oder Hochschule.
  3. Natürlich spielen Fleiß und Lernbereitschaft eine entscheidende Rolle. Im BWL-Studium musst du viel (auswendig) lernen und auch im Berufsleben wird von dir erwartet, dass du an Schulungen und Weiterbildungen teilnimmst. Daher solltest du auch Selbstdisziplin und die Fähigkeit, dich selbst zu motivieren, besitzen.
  4. Ohne Interesse an wirtschaftlichen und sozialwirtschaftlichen Themen, solltest du dir lieber einen anderen Studiengang aussuchen. Genau diese Themen werden dein Studium und auch deine spätere Tätigkeit bestimmen.
  5. Um Mathematik kommst du im BWL-Studium nicht herum – und zwar in all ihrer Pracht. Du solltest also unbedingt mathematisch und logisch denken können, über analytische Fähigkeiten und Abstraktionsvermögen verfügen.
  6. Fremdsprachenkenntnisse sind unumgänglich. Besonders in Englisch solltest du sehr fit sein. Viele der Fachtexte werden nicht ins Deutsche übersetzt und es wird erwartet, dass du trotzdem mit Ihnen arbeiten kannst. Weitere Fremdsprachen zu beherrschen, ist natürlich ebenfalls von Vorteil. Betriebswirte arbeiten häufig auf internationaler Ebene. Daher solltest du spätestens, wenn du dich für einen Job bewirbst, noch mindestens eine weitere Sprache sprechen.
  7. Für ein Betriebswirtschaftsstudium und vor allem für deinen späteren Beruf, solltest du Durchsetzungsvermögen und Überzeugungskraft mitbringen. Trotzdem ist Teamfähigkeit gefragt. Du musst du gut im Team arbeiten können, aber auch Teams leiten können.
  8. Um in Vorstellungsgesprächen und vor allem in späteren Gesprächen mit Geschäftspartnern zu überzeugen, ist kommunikatives Talent gefragt. Als Betriebswirt solltest du kein Problem damit haben, vor einigen fremden Menschen zu reden, z. B. um deine Idee vorzustellen. Dabei solltest du gut argumentieren und selbstbewusst auftreten können.
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2. Welche Hard Skills werden im BWL-Studium vermittelt?

In den ersten Semestern erwerben die Studenten die Grundkompetenzen der Betriebswirtschaft. Diese Grundkompetenzen umfassen vor allem:

  • Marketing
  • Finanzierung
  • Personalwesen
  • Personalmanagement

Du wirst also direkt an eine spätere Position im Management herangeführt und lernst,

  • wie man einen Betrieb möglichst ökonomisch leitet
  • wie sich Löhne und Gehälter zusammensetzen
  • wie die finanzielle Steuerung eines Betriebs abläuft
  • was Risikomanagement ist
  • wie Buchführung funktioniert und
  • was du zum Thema Steuern wissen musst.

Vertieft werden deine fachlichen Kompetenzen der BWL im Schwerpunktbereich mit Inhalten aus z. B. dem Management, Wirtschaftsgeographie oder Wirtschaftsinformatik, aber auch durch Sprachen.

Ein kleiner Literaturtipp von uns:

Das Buch „BWL Skills Key Concepts“ von Antonio Teta und Patronella Vervoort Isler verrät dir, welche Skills im Studium, beim wissenschaftlichen Arbeiten und in der betrieblichen Praxis benötigt werden. Es könnte dir wesentlich im Studium und Beruf behilflich sein.

3. Wo und wie kann man Soft Skills erlernen?

Mittlerweile sind nicht nur die Hard Skills gefragt, sondern auch die Soft Skills. Den Soft Skills wird in der Berufswelt immer mehr Bedeutung zugesprochen. Sie sind überfachliche Qualifikationen, die immer wichtiger für Personaler werden, die jedoch sehr schwierig nachzuweisen und zu überprüfen sind. Trotzdem sind laut einer Studie von der Hay Group etwa 91% der Manager davon überzeugt, dass Mitarbeiter mit ausgeprägten sozialen und emotionalen Kompetenzen zu wirtschaftlich besseren Zielen und Ergebnissen beitragen.

Diese sogenannten weichen Fähigkeiten werden in drei Kategorien unterteilt, nämlich in die persönlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen.

Überblick über die wichtigsten Soft Skills in einer Tabelle:

Persönliche Kompetenzen

Emotionale / Soziale Kompetenzen

Methodische Kompetenzen

  • Engagement
  • Motivation
  • Eigeninitiative
  • Eigenverantwortung
  • Neugier
  • Belastbarkeit
  • Selbstdisziplin
  • Selbstvertrauen
  • Selbstreflexion
  • Teamfähigkeit
  • Integrationsbereitschaft
  • Menschenkenntnis
  • Empathie und Charisma
  • Kritikfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Gesprächsführung
  • Moderationstechniken
  • Konfliktmanagement
  • Präsentationstechniken
  • Gruppendynamik
  • Selbst- und Zeitmanagement
  • Problemlösungskompetenz
  • Umgang mit Neuen Medien

Viele Universitäten und Hochschulen bieten bereits Soft Skills-Seminare, -Workshops oder ganze (Pflicht-)Module zum Erlernen von hauptsächlich methodischen Soft Skills für ihre Studierenden an. Diese können z. B. folgende Inhalte haben:

  • Selbst- und Zeitmanagement
  • Kommunikation- und Gesprächsführung
  • Konfliktmanagement
  • Präsentationstechniken
  • Moderationstechniken
  • Gruppendynamik und Teamkompetenz

4. Soft Skills trainieren

Nicht jeder besitzt die gleichen Kompetenzen und Fähigkeiten, denn jeder Mensch ist anders. Der eine hat beispielsweise eine mehr ausgeprägte soziale Kompetenz und ein größeres Einfühlungsvermögen als ein anderer. Das hängt stark mit dem eigenen Charakter und der eigenen Emotionalen Intelligenz zusammen. Trotzdem ist es möglich seine Soft Skills zu trainieren und das ist auch unbedingt notwendig! In vielen Berufen sind die sozialen Kompetenzen entscheidender als die fachlichen. Gerade in den Führungspositionen ist ein Zusammenspiel von Hard und Soft Skills von großer Bedeutung. Um deine außerfachlichen Kompetenzen auszubauen und zu erweitern, solltest du dich an diese Anhaltspunkte hängen und versuchen, dich jeden Tag auf eine andere Kompetenz zu konzentrieren.

  • Aktives Zuhören: Versuche deinem Gegenüber zuzuhören und Interesse zu zeigen. Hör zu und versuche bewusst aufzunehmen, was dein Sprechpartner zu sagen hat. Achte dabei nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf die Gestik, Mimik und die Körperhaltung.

  • Wertschätzung: Achte einfach mal darauf die positiven Eigenschaften, wie Erfolge, herauszufinden und die Probleme und Fehler zu ignorieren. Versuch Lob und Anerkennung für Erfolge auszusprechen.

  • Mitgefühl und Empathie: Versuch dich in die Lage anderer zu versetzen und deren Gefühle nachzuvollziehen, auch wenn du nicht der gleichen Meinung bist.

  • Teamarbeit: Schaue inwiefern du dich auf andere Menschen einlassen kannst und wie gut deine Zusammenarbeit in einer Gruppe ist, um gemeinsam Lösungsansätze herauszuarbeiten und Ziele zu verfolgen.

  • Verantwortung übernehmen: Hier geht es darum Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Und sollte etwas nicht funktionieren, frage dich selbst, wer besser für diese Aufgabe geeignet wäre.

Zum Schluss ist es ratsam, die einzelnen Tage und Erfahrungen, die du dabei gemacht hast zu reflektieren.

BWL Skills Zitat von Krawiec
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Zitat von Ingo Krawiec

TIPP: Behalte einfach im Hinterkopf, dass Soft Skills wichtige Voraussetzungen für nahezu jeden Job sind, dann fällt es dir einfacher sie zu trainieren.

5. Erweiterung der Schlüsselkompetenzen durch ein Auslandssemester

BWL ist kein regionales Thema. Viele Unternehmen agieren weltweit und erwarten von ihren Mitarbeitern, über den Tellerrand zu schauen. Daher solltest du, sofern es dir irgendwie möglich ist, während deines BWL-Studiums für ein Semester im Ausland zu studieren. Du bekommst dabei nicht nur einen Tapetenwechsel, sondern erwirbst auch neues fachliches Wissen und kannst außerdem:

  • eine andere Kultur kennenlernen.
  • neue, internationale Kontakte knüpfen.
  • die Betriebswirtschaftslehre aus einer anderen Perspektive sehen.
  • deine Sprachkenntnisse verbessern oder eine neue Fremdsprache erlernen.

Ein Auslandssemester wertet aber vor allem deswegen deinen Lebenslauf auf, weil du währenddessen auch einige Soft Skills erwerben und/oder ausbauen wirst, z. B.:

Wissensquelle Praktikum

Besonders im BWL-Studium sind Praktika der Schlüssel zum Erfolg. In einem Praktikum kannst du sowohl fachliche Kompetenzen erwerben, die dir im Studium niemand beibringt, du wirst aber während eines Praktikums auch an deinen Soft Skills arbeiten. Du kannst außerdem Kontakte knüpfen, die für deine spätere berufliche Laufbahn von Vorteil sein können. Hast du im Praktikum einen bleibenden positiven Eindruck hinterlassen, verbessert das deine Chancen bei einer späteren Bewerbung in dem Unternehmen – genauso wie ein gutes Praktikumszeugnis bei einer Bewerbung in einem anderen Unternehmen. Eine gute Möglichkeit, sich von anderen BWL-Studenten abzugrenzen, ist ein Praktikum bei einem Unternehmen im Ausland zu machen.

6. Spezialisierung der fachlichen BWL-Kompetenzen im Masterstudium

Gerade im Bereich der Betriebswirtschaftslehre ist ein Masterstudiengang sehr zu empfehlen. Bei der Masse an BWL-Studenten wirst du dich nur durch eine Spezialisierung auf einen bestimmten Fachbereich behaupten können – und natürlich durch gute Leistungen. Erfreulicherweise sind die Möglichkeiten für ein Masterstudium in der BWL sehr breit gefächert. Du kannst z. B. zwischen Studienschwerpunkten wie

wählen, sogar mit Bezug zu einer bestimmten Branchen, wie z. B. der Logistik oder dem Gesundheitswesen. Dein wichtiges Kriterium bei der Wahl der Spezialisierung sollte sein, welcher Schwerpunkt dir im Grundstudium besonders gut gelegen hat.

By the way: Mit einem Studium in der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre kannst du entweder einen Bachelor of Arts / Master of Arts oder einen Bachelor of Science / Master of Science erlangen. Aber nicht nur ein klassisches Studium an der Universität oder Hochschule ist ausschlaggebend für eine erfolgreiche Karriere in der Wirtschaft, sondern auch eins, indem du mehr Praxiserfahrung sammeln kannst. Stichwort ist hier das berufsbegleitende Studium, denn hier kannst du die Theorie direkt anwenden, ob Business Administration, International Business oder Change Management.

7. Welche anderen Kompetenzen können sich positiv auf deine Karriere auswirken?

BWL hat fachliche Grenzen. Daher ist es im Berufsleben besonders wichtig, über gut ausgebaute Soft Skills zu verfügen. In vielen Tätigkeitsbereichen sind diese Kompetenzen besonders gefragt:

  • eine gute Intuition
  • Kreativität
  • Phantasie
  • Leidenschaft
  • Neugier
  • Mut
  • Offenheit
  • Risikobereitschaft

Immer wichtiger werden außerdem ausgeprägte Kommunikations- und Medienkompetenzen. Gerade das Marketing erlebt eine Veränderung, denn es ist immer mehr auf das Internet ausgerichtet. Aus diesem Grund gewinnen Social Media Kompetenzen und Medienkompetenzen immer mehr an Bedeutung.

8. BWL Skills im Unternehmen

BWL Skills werden heutzutage im Zuge der Globalisierung und der Verankerung der einzelnen Unternehmensbereiche immer wichtiger. Fachexperten empfehlen das wirtschaftliche Grundverständnis allen Mitarbeitern zu vermitteln, denn die betriebswirtschaftlichen und finanziellen Grundlagen verändern sich kaum.

Es wird sogar behauptet, dass die Betriebswirtschaft auch zum Allgemeinwissen gehören sollte. Denn nahezu jeder arbeitet in einer wirtschaftlichen Organisation, verdient Geld und wird täglich mit wirtschaftlichen Einflussfaktoren, wie der Werbung, konfrontiert.Aus diesem Grund scheint es plausibel ein gewisses Grundverständnis in BWL mitzubringen.

Mitarbeiter und deren Kompetenzen
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Mitarbeiter und deren Kompetenzen

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Quellen:

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